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Leidenschaftliches Spiel von Himmel und Hölle

Samstag, 24. November 2018
Am 11. November zeigten die «Tösstaler Marionetten» in der Reformierten Kirche Höngg ein musikalisches Passionsspiel von Werner Bühlmann. Das Publikum folgte den Geschichten von Tod und Teufel, Leiden und Erlösung mit grosser Begeisterung. (EIn Bericht von Dagmar Schräder für den "Höngger)
 
Man könne es fast schon als sein Lebenswerk bezeichnen, so beschrieb Pfarrer Markus Fässler in seinen begrüssenden Worten die Bedeutung des Stücks «Himmel und Höll» für den Autoren Werner Bühlmann. Dieser war mit seinem Ensemble der «Tösstaler Marionetten» in die Reformierte Kirche Höngg gekommen, um sein Passionsspiel zu präsentieren. Sehr glücklich sei er, so Fässler weiter, dass das musikalische Theater- und Marionettenspiel für Erwachsene nun in Höngg zur Aufführung gelange – und äusserst gespannt auf das Ergebnis. Eine Ansicht, die offensichtlich auch viele Höngger*innen teilten, war doch die Kirche bis auf den allerletzten Platz besetzt.

Der Pakt mit dem Teufel und die schwarze Spinne

Das Publikum durfte in den folgenden anderthalb Stunden den Widerstreit zwischen dem Teufelsbraten und der Seherin, den stetigen und allgegenwärtigen Kampf zwischen Gut und Böse, Himmel und Hölle miterleben. Der Teufel, ein lustiger, wortgewandter Kerl, hervorragend dargestellt von Schauspielschüler Simon Keller, versucht unentwegt die Menschheit zu verführen und vom Pfad der Tugend abzubringen, während die Seherin, nicht minder überzeugend verkörpert von Susanne Odermatt, dem «Hass die Liebe entgegenstellt» und sich um diejenigen bemüht, deren Leid sonst niemand erkennt. Veranschaulicht wird dieser Streit durch die Sage um die schwarze Spinne, in der die armen Bauern eines Dorfes von ihrem Vogt so sehr geknechtet und ausgebeutet werden, dass ihnen zum Überleben fast nichts bleibt. In ihrer Not begegnet ihnen der Teufel, der ihnen anbietet, die Aufgaben zu übernehmen, die der Vogt verlangt. Zum Dank dafür fordert er jedoch ein ungetauftes Kind. Eine der Frauen, die «Fremde» im Dorf, geht den Pakt mit dem Teufel ein und will das erste neugeborene Kind des Dorfes opfern, was der Pfarrer im letzten Moment verhindern kann. Sie jedoch wird daraufhin vom Zorn des Teufels getroffen und auf ihrer Wange wächst ein schwarzes Mal, aus dem eine Spinne schlüpft, die im ganzen Dorf Tod und Verderben bringt. Erst die Mutter des neugeborenen Kindes bringt den Mut auf, die Spinne zu besiegen, muss dafür allerdings ihr Leben opfern.